An der Grenze zwischen Realität und Fiktion

Was ist real und was ist fiktiv? Wo verschwindet die Grenze zwischen Realität und Fiktion? Welche Spuren vom Realen findet man in einer ausgedachten Geschichte? Oder ist die Geschichte gar nicht ausgedacht?

               

http://www.mynewplaidpants.com/2017/01/good-morning-world_31.html      http://www.amyadamsfan.com/category/movies/nocturnal-animals/

Er steht unter der Dusche, sie liegt in der Badewanne; er liegt auf dem Bett, sie liegt auf dem Bett; sein Herz klopft einstimmig mit ihrem Herz, sein Atem, ihr Atem… Zahlreiche Match Cuts veranschaulichen, dass zwei unterschiedliche Welten des Films, zusammenhängen.

2016 drehte Tom Ford einen Psychotriller, dessen verschiedene Ebenen sich zwar spiegeln und ergänzen, dabei aber so undurchsichtig bleiben, dass die Spannung bis zur letzten Szene erhalten bleibt.

Der Film handelt von der Galeriebesitzerin Susan Morrow, die von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield das Manuskript seines Romans „Nocturnal Animals“ erhält. Edward widmet seiner Ex-Frau den gesamten Roman und benennt ihn nach Susan. Ab diesem Moment wird einem klar, dass hier nichts aus Zufall passiert, dass alles miteinander verbunden ist.

So stoßen die reale Welt, in der Susan das Manuskript liest, und die fiktive Welt des Romans, in der der Protagonist Tony Hastings eine Tragödie erlebt, zusammen, ohne aufeinander offensichtlichen Bezug zu nehmen. Durch die Verbindung mehrerer Szenen, die zeitlich und räumlich getrennt sind, gelingt es dem Regisseur, das Verhältnis zwischen den beiden Ebenen zu zeigen. Auf so eine radikale und abstoßende Art spiegelt die fiktive Geschichte die reale Welt wider, was den Film so spannend und sehenswert macht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.